So bereitest du dein Bienenvolk im Frühjahr richtig vor
Versand am Februar 23 2026,
So bereitest du dein Bienenvolk im Frühjahr richtig vor
Der Frühling im Bergischen Land beginnt oft wechselhaft: Vom Frost im Tal bis zu milden Tagen am Eschbachtal kann es im März und April noch Überraschungen geben. Für uns Imker ist das der Moment, in dem sich entscheidet, ob das Bienenvolk gut durchstartet. In diesem Artikel erfährst du, wie du dein Bienenvolk im Frühjahr richtig vorbereitest – von der Futterkontrolle bis zur ersten Schwarmverhütung.
1. Futterkontrolle und Auffütterung
Bevor die ersten Trachtquellen anlaufen, musst du sicherstellen, dass deine Bienen genug Futter haben. Besonders in kalten Nächten kann der Futtervorrat knapp werden.
- Wäge die Völker oder kontrolliere den Futterstand visuell.
- Füttere bei weniger als drei gefüllten Futterwaben sofort mit einer 1:1-Zuckerwasser-Lösung.
- Verwende einen Beobachtungsdeckel oder Futterteig – so bleibt der Kontakt zur Brutzone erhalten.
2. Frühjahrskontrolle: Brutbild und Volksstärke prüfen
Die erste reguläre Durchsicht findet statt, wenn draußen konstant über 10 °C herrscht. Arbeite zügig und achte auf Windstille.
- Öffne die Beute behutsam von links nach rechts und schaue nach frischer Brut.
- Ein gutes Brutbild zeigt eng gestellte, ein- bis zweitägige Brutfelder ohne große kalte Stellen dazwischen.
- Notiere Schwächen: Bei unregelmäßigem Brutbild kann eine Langtagstracht oder eine verhätschelte Königin dahinterstecken.
- Achte auf genug Arbeiterinnen für kommende Trachtphasen – bei schwachem Volk rechtzeitig vereinigen.
3. Varroa-Monitoring und sanfte Behandlung
Dein zweiter Blick gilt der Varroamilbe. Ein gesunder Start reduziert Bienenschäden im Sommer.
- Setze im März eine Wachsprobe nach dem Windelverfahren ein, um die Milbenbelastung zu ermitteln.
- Liegt der Wert über fünf Milben pro Tag, plane eine biologische Behandlung mit Ameisensäure (Übertage) oder Oxalsäure-Verdampfung (Winterbehandlung).
- Nutze den Frühling, um die Säuren zu verabreichen, bevor neue Drohnenvermehrung einsetzt.
4. Ausbau des Brutraums und Magazinaufsatz
Ist das Volk stark und beginnt die Tracht, braucht es Platz, um sich weiterzuentwickeln. Ein zu enges Nest fördert Schwarmstimmung.
- Füge auf intakte Bruträhmchen ein Mittelwandschied hinzu, um dem Wachstum gerecht zu werden.
- Stell das erste Honigraum-Magazin bereit, sobald die Königin beginnt, in den oberen Waben zu brüten.
- Kontrolliere nach zwei Wochen, ob sie die Zellen im Honigraum annimmt. Andernfalls kurzfristig Umweiseln oder absperren.
5. Schwarmkontrolle und Maßnahmen
Im April und Mai steigt die Schwarmbereitschaft durch das starke Völkerwachstum. Beobachte dein Volk aufmerksam:
- Achte auf Weiselzellen am Rähmchenrand und verdeckte Weiselzellen im Drohnenbrutbereich.
- Entferne Eilweiselzellen – lasse aber wenige normale Weiselzellen stehen, um eine Notableger- oder Weiselprobe zu ermöglichen.
- Setze eine Teilung nach der „Demaree-Methode“ um: Bruteinheiten vom Altvolk trennen und Platz schaffen.
6. Frühblüher und Trachtpflanzen
Um den Frühtrachtbeginn im Bergischen Land optimal zu nutzen, solltest du frühblühende Pflanzen fördern. Sie liefern wertvolles Pollen und Nektar.
- Krokusse, Salweide und Blaustern am Waldrand belassen oder neu aussäen.
- Gärten und Balkone mit Trachtgehölzen wie Kornellkirsche und Kornelkirsche bestücken.
- Pflanzenschutzmittel meiden – deine Bienenvölker danken es dir.
7. Völkerzusammenführung bei Schwäche
Einzelne Völker können in manchen Jahren durch Spätfröste oder Varroaschäden zu schwach dastehen. Dann empfiehlt sich die Vereinigung.
- Untersuchung auf sanierungswürdige Königin: Bei Unwilligkeit Königin aus dem schwachen Volk entnehmen.
- Völker zusammenführen mittels Zeitungspapier-Methode oder Kippvereinigen.
- Nach der Vereinigung Futter kontrollieren und Varroawerte erneut prüfen.
8. Hygiene und Reinigungsarbeiten
Bevor der Nektarfluss richtig beginnt, solltest du die Beute von Wachsmottenbefall und Winterräubern freihalten.
- Entferne alte Waben, reinige den Bodenraum und prüfe auf Frassgänge von Wachsmotten.
- Verwende Bienenboxen mit Gaze-Einsätzen, um Belüftung zu verbessern und Feuchtigkeit zu verringern.
- Beobachte im Flugloch mögliche Räuberangriffe (Hornissen, Wespen).
9. Dokumentation und Beobachtungsprotokoll
Ein gutes Imkerbuch hilft, die Völkerstände und Behandlungserfolge festzuhalten – gerade für Anfänger wertvoll.
- Notiere Datum, Wetterbedingungen, Futterstand und Brutbild.
- Halte Varroa-Zählung und Behandlungsmaßnahmen fest.
- Verfolge Trachtbeginn und wichtige Beobachtungen zum Trachtverhalten.
10. Ausblick zur Honigernte und Verkauf
Wenn alles klappt, wirst du im Frühsommer die ersten Honigwaben voller Bergischen Frühlingshonigs ernten. Plane rechtzeitig den Schleudertermin und informiere deine Stammkunden:
- Regionale Vermarktung: Bauernmarkt in Wipperfürth oder Hofläden in Radevormwald.
- Selbstabfüllung in deinem Betrieb im Bergischen Land: Gläser etikettieren und Lagerung bei 18 °C.
- Nutze den Saisonstart für ein kleines Eröffnungsangebot ohne große Werbefloskeln.
Mit diesen praktischen Schritten bist du optimal gerüstet, damit dein Bienenvolk im Frühjahr stark und gesund bleibt. Indem du das Volk im März und April engmaschig kontrollierst, Futterreserven sicherst und rechtzeitig Raum sowie Varroabehandlung anpasst, vermeidest du typische Frühjahrskrisen. Genieße die ersten warmen Tage, wenn die Bienen zwischen Schlehdorn und Apfelblüte umherschwirren – so startet der Frühling im Bergischen Land für Imker und Bienen gleichermaßen vielversprechend!


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