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Honigernte Schritt für Schritt: So gelingt eine saubere und sichere Ernte

Versand am Februar 21 2026, Artikel von Apisfarm

Honigernte Schritt für Schritt: So gelingt eine saubere und sichere Ernte

Die Zeit der Honigernte im Bergischen Land ist für jeden Imker ein besonderer Moment: nach Wochen der Pflege und Beobachtung kommt der Lohn in Form von süßem, flüssigem Gold. Wer den Prozess gut plant und gewissenhaft durchführt, sorgt für eine saubere und sichere Ernte – ohne unnötigen Stress für Bienen, Honig und Imker. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie die Honigernte Schritt für Schritt vorbereiten und erfolgreich umsetzen.

1. Den richtigen Zeitpunkt bestimmen

Im mitteleuropäischen Klima ist der Sommersonnenlauf entscheidend für den Honigertrag. In Bergisches Land spielen meist Rapshonig (Mai/Juni), Obstblütenhonig (Juni) und Lindenhonig (Juni bis Juli) eine wichtige Rolle. Später im Jahr können Buchen- und Tannenhonig (Honigtau) dazukommen. Achten Sie darauf, dass die Waben zu mindestens 80 % verdeckelt sind – dann steckt der Wassergehalt im Honig unter 18 % und er lagert sich lang haltbar.

2. Materialien und Werkzeug vorbereiten

  • Imkeranzug mit Schleier oder Haube
  • Smoker und passende Rauchart (z. B. Hackschnitzel)
  • Stockmeisel und Entdeckelungsgabel
  • Warmes Wasserbad oder Entdeckelungsmesser
  • Honigschleuder (zentrifugal oder tangential)
  • Durchlaufhahn und Edelstahl-Siebe
  • Saubere, trockene Gläser oder Eimer mit Deckel
  • Lappen, Pinsel und Tücher zur Reinigung

Alle Werkzeuge sollten vorab gründlich gereinigt und bei Bedarf mit warmem Wasser gespült werden. Ein trockener, windgeschützter Ernteplatz erleichtert den Ablauf und verhindert ungewollte Verschmutzung.

3. Kontrolle des Bienenvolks und der Honigräume

Vor Beginn der Ernte öffnen Sie den Bienenstock vorsichtig und überprüfen den Zustand des Volks. Entfernen Sie abgestochene oder beschädigte Waben und achten Sie auf unhygienische Stellen. Mit einem leichten Rauchstoß beruhigen Sie die Bienen sanft, ohne sie zu verschrecken oder zu überhitzen.

Kontrollieren Sie zudem den Futtervorrat: Wenn noch keine Spättracht ansteht und Sie genügend Honig entnehmen, kann ein Begleitfüttern (Zucker, Sirup) sinnvoll sein, um das Volk stabil zu halten.

4. Rauch einsetzen und Kästen öffnen

Ein sauberer, kühler Rauchstoß nahe dem Einflug verhindert, dass die Bienen zu stark aufgeregt reagieren. Setzen Sie den Rauch sparsam ein – zu viel kann die Tiere stressen. Öffnen Sie anschließend den Deckel, lösen Sie die Futtertaschen (falls vorhanden) und entfernen Sie die Absperrgitter oder Drohnenrahmen je nach Betriebsweise.

5. Entnahme der Honigwaben

Nun entnehmen Sie die verdeckelten Honigwaben. Arbeiten Sie zügig, aber bedacht: Ein kurzes Abklopfen am Stockrand vertreibt verbliebene Bienen.

  • Rahmen leicht anheben und auf der Ablegetruhe vorsichtig ablegen.
  • Bienen, die noch in den Zellen sitzen, sanft mit einem Pinsel oder Ast einstreichen.
  • Verdeckelte Waben am besten zuerst entnehmen, um Zuckersirupeintrag zu vermeiden.

6. Entdeckeln – das Öffnen der Waben

Zum Entdeckeln gibt es zwei gängige Methoden: das Entdeckelungsmesser mit Warmwasserbad oder die Entdeckelungsgabel. Beim Messer erhitzen Sie das Metallblatt in heißem Wasser, bis der Wachskittel leicht anschmilzt und Sie die Mittelwände sauber freilegen.

Mit der Gabel kratzt man Wachskruste und Zellverschlüsse Zelle für Zelle ab. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu tief in die Zellen stechen, um Wachs- und Schmutzpartikel im Honig zu minimieren.

7. Schleudern und Honig gewinnen

Die entdeckelten Waben werden nun in die Honigschleuder eingesetzt. Drehen Sie zunächst im Rechtslauf, um den Honig aus den Waben zu lösen, und wechseln Sie nach ein bis zwei Minuten in den Linkslauf, um ein gleichmäßiges Austreten zu fördern. Beobachten Sie die Schleuder stets und stoppen Sie, sobald kein deutlicher Honigstrahl mehr kommt.

Je nach Modell ist eine manuelle oder elektrische Schleuder im Einsatz. Stellen Sie sicher, dass die Schleuder gut im Lot steht, um Vibrationen zu vermeiden.

8. Filtern und Abfüllen

Nach dem Schleudern fließt der Honig in ein Sieb oder ein feines Edelstahlnetz, das grobe Wachspartikel und andere Verunreinigungen zurückhält. Lassen Sie den Honig ruhig ein bis zwei Stunden ruhen, damit Luftbläschen und kleinste Wachskrümel an die Oberfläche gelangen.

Dann füllen Sie den Honig in saubere Gläser oder Eimer mit dicht schließendem Deckel. Beschriften Sie jedes Gefäß mit Imkername, Erntejahr und Herkunft (z. B. Bergisches Land, Lindenblüte 2023).

9. Reinigung der Geräte und Pflege des Bienenstands

Direkt nach der Ernte sollten alle Werkzeuge mit warmem Wasser und weichen Bürsten gereinigt werden. Vermeiden Sie aggressive Reinigungsmittel, um Rückstände zu verhindern. Altwachs und Wachsreste können Sie sauber in Stücke brechen und für spätere Verdeckelungsmittel verwenden oder an Wachsverarbeiter abgeben.

Auch der Bienenstand selbst profitiert von einer kurzen Kontrolle: prüfen Sie, ob das Sturmholz noch trocken ist und ob eventuell Schädlinge wie Wachsmotten am Stand Unterschlupf finden.

10. Lagerung und Qualitätssicherung

Lagern Sie den abgefüllten Honig dunkel, trocken und bei gleichbleibender Temperatur (idealerweise 10–15 °C). Dadurch kristallisiert er zwar im Laufe der Zeit langsamer, bleibt aber geschmacklich stabil.

Für eine besondere Qualitätssicherung nehmen Sie bei Bedarf eine Honigprobe und lassen Sie den Wassergehalt im Labor prüfen – so vermeiden Sie Gärung bei feuchtem Honig.

Fazit

Mit der richtigen Planung, Ruhe und Sorgfalt wird Ihre Honigernte Schritt für Schritt zu einem sauberen und sicheren Erlebnis. Gerade im Bergischen Land, wo sich Wetter und Trachtpflanzen schnell ändern können, lohnt es sich, jeden Handgriff zu üben und die Bienen während des gesamten Prozesses zu respektieren. So genießen Sie später nicht nur aromatischen, regionalen Honig, sondern auch zufriedene Bienenvölker im nächsten Jahr.

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